Der Annenaltar aus St. Dionysius in Kerken-Aldekerk

Die Besonderheit des Annenaltares liegt in dem Umstand begründet, dass es sich hier um den ersten großen Schnitzaltar aus Holz von Ferdinand Langenberg handelt und gleichzeitig den erfolgreichen Beginn der Werkstatt Langenberg darstellt. Noch ohne Auftrag fertigte Langenberg den Altar um ihn in der Ausstellung für christliche Kunst anlässlich der Münsteraner Katholikenversammlung 1885 zu präsentieren. Noch auf der Ausstellung wurde das Retabel vom Aldekerker Pfarrer bestellt und die Vervollständigung zur Anpassung an den heutigen Standort beauftragt.

In der Langenberg-Literatur ist der Altar vielfach beschrieben. Auch die Vorbilder aus Xanten und Kalkar werden genannt.

Presseinformation aus den Nierderheinnachrichten

 

 

Gesamtaufnahme des Annenaltar nach der Restaurierung 2012

 

Zentrale Darstellung der Hl. Anna mit der Himmelskönigin Maria und dem Jesuskind.  

Die Polychromie der Skulpturengruppen und der Schreinarchitektur wurde im Verlauf der durchgeführten Maßnahmen optisch erfasst und zusätzlich unter Anregung im ultravioletten Licht auf Fluoreszenz untersucht. Allgemein greift die Fassung von Peter Jansen auf die Vorbilder der mittelalterlichen Antwerpener Altäre zurück. Bestimmend sind die vollständig glanzvergoldeten Gewänder der Figuren mit ihren Sgrafitto Mustern, Punzierungen und durch Schriftbänder verzierte Säume.

Der Erhaltungszustand der Skulpturenfassung war in Teilen deutlich geschädigt indem sich die Grundierung und die Farbschichten vom geschnitzten Holz trennten und an einigen Stellen auch schon verloren waren. Auch zwei ältere Restaurierungen hatten ihre Spuren hinterlassen. Die Retuschen unserer Vorgänger aus dem 70er Jahren des vorherigen Jahrhundets hatten  hier doch sehr ungenau gearbeitet. 

  

Das Gewand der bekönenden Skulptur des Christus Salvator
In der Detailaufnahme ist der Grad, der durch das Schieben der noch nassen Farbe entsteht, sehr gut zu erkennen. Unter der Farbe ist das Gewand vollständig mit Blattgold belegt, so dass durch das Wegnehmen der nasssen Farbe das Gewandmuster entsteht.